Fastenzeit

Mit dem 5. März beginnt heuer die Fastenzeit oder auch österliche Bußzeit, lateinisch die Quadragesima.

Beginn ist der Aschermittwoch. Der Name kommt von der Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres, die den Gläubigen in Form des Kreuzes auf die Stirn gestreut wird. Von je her ist die Asche Zeichen der Buße und Umkehr. Bis zum 11. Jhdt. erhielten das Aschenkreuz nur die aus der Gemeinschaft Ausgeschlossenen, die nun ihre Bußzeit begannen und am Gründonnerstag wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wurden. Ab dem 11. Jhdt. wurde das Aschenkreuz allen Gläubigen gespendet, wobei die Worte des Priesters „Gedenke, o Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst“ an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern und zu Besinnung und Umkehr aufrufen sollen. Wie der Karfreitag ist der Aschermittwoch ein strenger Abstinenztag.

Die 40 Tage der Fastenzeit erinnern an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste vor seinem öffentlichen Auftreten. Vom Aschermittwoch (Beginn) bis zum Karsamstag (Ende) sind es 46 Kalendertage. Zieht man die sechs Sonntage der Fastenzeit ab, dann erhält man die 40 Tage. Die Sonntage sind also nicht Teil der Fastenzeit.

In allen Religionen findet man Zeiten der Askese und Besinnung. Auch wenn der Name Fastenzeit den Begriff des Fastens in den Vordergrund stellt, so ist das wesentliche dieser Zeit doch eher eine spirituelle Dimension. Es geht weniger um ein Gesund- oder Heilfasten. Es geht darum, sich klar zu machen, was der tragende Grund und der Sinn meines Lebens ist oder sein soll. Jesus sagt: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt. Und an anderer Stelle: Wenn ihr fastet, dann macht kein
trauriges Gesicht, sodass die Leute sehen, dass ihr fastet.

Fasten ist also weniger etwas für die Öffentlichkeit, sondern es soll der Festigung der Beziehung zwischen Gott und mir dienen.
Schon in frühchristlicher Zeit ist die Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf Ostern gehalten worden. Dies umso mehr, als zu Ostern die neu in die Gemeinschaft Aufzunehmenden getauft wurden. Auch gab es Zeiten, in denen der Sakramentsempfang den Gläubigen nur einmal im Jahr erlaubt war, und das war zu Ostern.

Mit den Kartagen endet die Fastenzeit. Diese Tage markieren einen Höhepunkt im Kirchenjahr:

  • Gründonnerstag: Die Einsetzung des Eucharistiesakramentes und der Beginn des Leidens Christi.
  • Karfreitag: Der Tag des Todes Jesu am Kreuz.
  • Karsamstag: Der Tag der Grabesruhe,das Ende der Fastenzeit mit der Osternacht.
  • Osternacht: Der Jubel über die Auferstehung Jesu, die uns über unseren eigenen Tod hinaus die Hoffnung auf das ewige Leben gibt.